Text, galerie kunstbuero

Tom Streit Malerei

…ihm genügt doch nicht, allein in der „Hybrid Natur“ zu exponieren: klassische Mittel wie Öl, Leinwand und Rahmen mit Alltagsdekoelementen in den Ausstellungsraum zu positionieren soll ja etwas vom Präsens, also Gegenwart der Malerei haben, die nicht vorher wusste, was für ein Ding oder Teil als „Selfie“ sich davor stellt.
Etwas Magisches ist es schon—dieser Mix. Aber wir bleiben lieber bei der Verhockneyisierung des Bildes an sich. Ja genau das will Tom, die Malerei spielt die Doppelidentität, einmal tatsächlich inszeniert, einmal tatsächlich existierend: das Bild ist das einer anderen Identität. Die da überall auf der Welt mit den gleichen Gegenständen nur zum Vergnügen spielen, wollen auch in das Bild—was für eine Ansage ist das! Ja fast mystisch sind diese zufälligen Begegnungen. Das nenne ich echtes Glück! Wir haben uns jetzt entlang der Front des Bildes und dessen Kanten vorgetastet.

Was passiert da drin in der Leinwand? Nicht viel—von jeher immer dasselbe: hingegen bei präziser Betrachtung nicht das Gleiche. Die Farbe „Öl“ ist vielfältig. Sie kann eines sicher gut: Raum und Form nach außen transportieren oder in Kombi mit alternativen „Pflanzengefäßen“ herstellen: diese kulturelle Vermischung ist ein permanentes Manifest. Tom arbeitet mit Ergänzungen, die vom Verständnis der Malerei als erweiterter Malakt hervorgerufen werden. Das gemeinsame Kulturelle ist malerisch oder ist die Malerei. Verwirrend, es sind ja überall auch Schmutzflecken zu erkennen, sagt Adorno, bemerkt Benjamin und stöhnt Agamben.

Amer El Hily 2019